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Mangroven-Wälder unerlässlich für Korallen, Fisch und Garnelenzüchtereien

Abgesehen von den direkten Beschädigungen der Korallen, scheinen auch indirektere Effekte eine Rolle zu spielen: ökologische Veränderungen, die über einen Abstand von Dutzenden von Kilometern eine Auswirkung auf die Eigenschaften und Aufgaben der Korallenriffe ausüben. Ökologen der Resource Ecology Group Wageningen sehen dies unter anderem in ihrem Forschungsgebiet in Indonesien. Im Berau-Gebiet, entlang der Küste von Ost-Kalimantan, liegt ein Ring von Koralleninseln und Riffen rund um ein Estuarium, wo die Küstenlinie ursprünglich mit einem Mangroven-Wald dicht bewachsen war.

Dr. Fred de Boer: „Es wird immer deutlicher, dass Mangroven, aber auch Seegrasfelder, eine wichtige Rolle in den Brutkammern der umliegenden Korallenriffe spielen. Es hat sich gezeigt, dass in Gebieten, wo Mangroven oder Seegrasfelder verschwunden sind, einige Fischarten und Korallen stark abgenommen haben oder sogar entschwunden sind.“ Die Rolle, die Mangroven oder Seegrasfelder spielen, steht einerseits in Zusammenhang mit dem Schutz vor Prädation und andererseits mit dem Nahrungsangebot für die aufwachsenden Fische. Die Fische migrieren während ihrer verschiedenen Lebensstadien von beispielsweise Mangroven zu Seegrasfeldern und Korallengebieten. „Diese Verbindung zwischen Korallen und Mangroven spielt in manchen Fällen über Dutzende von Kilometern, und in besonderen Fällen selbst noch weiter, eine bedeutende Rolle“, so De Boer, der unter anderem zusammenarbeitet mit Ir. Paul van Zwieten der Lehrstuhlgruppe Aqua-Kultur und Fischerei innerhalb des Rescopar-Projekts. Dieses Projekt richtet sich unter anderem auf die Interaktion zwischen Mangroven, Fischpopulationen und Korallenriffen in Indonesien und Vietnam.

Nicht nur die Instandhaltung von Mangroven-Wäldern und Seegrasfeldern ist für den natürlichen Reichtum des umliegenden Ökosystems wichtig, sondern auch ökonomisch betrachtet ist diese Instandhaltung von Bedeutung, da einige für den Handel interessante Fischarten einer negativen Entwicklung folgen, wenn das Mangroven-Areal reduziert wird.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Mangroven eine Art Filterfunktion zwischen den Flüssen und den Küstengebieten ausüben. De Boer: „Eutrophierung (Algenüberwucherung), was für Korallen verheerend sein kann, kommt bedeutend weniger in Gebieten mit einem gut entwickelten Mangroven-Wald vor. Weiterhin sind Fische, die in Mangroven-Wäldern oder Seegrasfeldern aufwachsen können, wichtig für die ‚Gesundheit’ der Korallen.“ Miriam Schutter ergänzt hierzu: „Dies hat mit nicht-symbiotischen Algen zu tun, die die Korallen überwuchern können. Es gibt diverse Fischarten, die Algen fressen und somit für dieses notwendige Gleichgewicht sorgen.“